Schutzbeschläge sichern die einzelnen Komponenten des Türschlosses

Schutzbeschläge sind das A und O der Türsicherung. Ein Schutzbeschlag ist zum Beispiel eine Zylinderabdeckung oder aber ein Außenschild, welches den Zylinder des Türschlosses und das Türschild schützt. Um die Sicherheit von Schutzbeschlägen, die auch Sicherheitsbeschläge genannt werden, in Relation zu setzen, werden sie in Widerstandsklassen geordnet.

Die Widerstandsklasse eines Schutzbeschlags ist ein wichtiges Merkmal hinsichtlich der Türsicherung. In welche Klasse der jeweilige Schutzbeschlag einzuordnen ist, lässt sich leicht erkennen: Widerstandsklasse, DIN, etwaige Prüf- und Überwachungsnummern sowie die Registernummer werden im Regelfall direkt in den Schutzbeschlag eingeprägt.

Diese Widerstandsklassen für Schutzbeschläge gibt es

Auf dem deutschen Markt unterscheidet man zwischen den Widerstandsklassen ES0 bis ES3 nach DIN 18257. DIN 18257 regelt dabei für Bau- und Schutzbeschläge die Begriffsdefinition, Maße, Anforderungen und Kennzeichnungen. Das Kürzel „ES“ steht für „Einbruchhemmender Schutzbeschlag“. Die Klassen lassen sich wie folgt interpretieren:

  • Bei Widerstandsklasse ES0 ist die Einbruchhemmung gering bis nicht vorhanden
  • Bei Widerstandsklasse ES1 ist mäßige Einbruchhemmung gegeben
  • Bei Widerstandsklasse ES2 ist eine starke Einbruchhemmung vorhanden
  • Bei Widerstandsklasse ES3 ist die Einbruchhemmung extrem

So werden die Widerstandsklassen bestimmt

Um eine Widerstandsklasse ermitteln zu können, werden Schutzbeschläge verschiedenen Prüfungsverfahren unterzogen. Es gibt Verfahren zur Prüfung vom Aufbohrschutz, Ziehschutz und Schutz vor Zugbelastung

Aufbohrschutz

Bei Schutzbeschlägen spricht man von Bohrschutz, wenn das Schutzbeschlag vor einem Anbohren des Zylinders schützt, oder einen solchen Versuch zumindest erschwert. Nach einem genormten Verfahren werden in diesem Test Schutzbeschläge angebohrt und die Zeit gestoppt, die es dauert den Schutzbeschlag zu durchbohren. Entsprechend dieser Zeit wird die Klassifizierung nach Aufbohrschutz vorgenommen.

Ziehschutz

Weiterhin wird bei jedem Schutzbeschlag geprüft, welcher Zugbelastung er widerstehen kann. Bei diesem Test wird eine Zugkraft auf den Zylinder ausgeübt, um zu prüfen bei welcher Zugkraft dieser Herausgezogen werden kann. Einige Schutzbeschläge kommen ohne Ziehschutz daher. Daher werden Schutzbeschläge mit Ziehschutz speziell gekennzeichnet. In den von VdS vergebenen Widerstandsklassen ES1 bis ES3 wird ein Schutzbeschlag mit Ziehschutz mit dem Anhängsel „–ZA“ versehen.

Schutz vor Abschlagen

Alle Schutzbeschläge müssen gegen Abschlagversuche schützen. Um das zu testen, wird mit einem Meißel mehrfach auf sie einschlagen und anschließend ihre Funktionsfähigkeit geprüft.

Das können die verschiedenen Widerstandsklassen von Schutzbeschlägen im Detail

In der Klassifizierung nach ES0 bis ES4, die von der VdS Schadenverhütung GmbH definiert wurden, müssen jeweils die folgenden Merkmale durch den Schutzbeschlag erfüllt sein.

Schutzbeschläge der Widerstandsklasse ES0

Schutzbeschläge der Widerstandsklasse ES0 bietet keinen nennenswerten Schutz vor Anbohrung, Abschlagen oder Zugebelastung.

Schutzbeschläge der Widerstandsklasse ES1

Schutzbeschläge der Widerstandsklasse ES1 müssen einem Bohrer für mindestens 3 Minuten widerstehen können. Ist der Schutzbeschlag eine Ausführung mit Ziehschutz, sollte er eine Zugbelastung auf Höhe der Zylinderabdeckung von 10 kN bzw. 15 kN und eine einseitige Zugbelastung von 15 kN bzw. 20 kN aushalten.

Schutzbeschläge der Widerstandsklasse ES2

Schutzbeschläge der Widerstandsklassen ES2 müssen einem Bohrer für mindestens 6 Minuten widerstehen können. Ist der Schutzbeschlag eine Ausführung mit Ziehschutz, sollte er weiterhin eine Zugbelastung auf Höhe der Zylinderabdeckung von 10 kN bzw. 15 kN und eine einseitige Zugbelastung von 15 kN bzw. 20 kN aushalten. Die Schutzbeschläge müssen außerdem aus Stahl hergestellt sein und eine Mindestdicke von 10 mm aufweisen.

Schutzbeschläge der Widerstandsklasse ES3

Schutzbeschläge der Widerstandsklassen ES3 müssen einem Bohrer für mindestens 10 Minuten widerstehen können. Ist der Schutzbeschlag eine Ausführung mit Ziehschutz, muss ferner die mögliche Zugbelastung der Zylinderabdeckung mindestens 20 kN und einseitig 30 kN betragen. Die Schutzbeschläge müssen außerdem aus Stahl hergestellt sein und eine Mindestdicke von 10 mm aufweisen.

Komponenten des Schutzbeschlags beeinflussen die Widerstandsklasse

Die Einteilung in eine Widerstandsklasse wird vor allem von der Qualität der im Schutzbeschlag verbauten Komponenten beeinflusst. Grundsätzlich besteht jeder Schutzbeschlag aus einem Innenschild und einem Außenschild. Beide werden über Verbindungsschrauben miteinander verbunden. Diese Schrauben müssen sich vor allem bei Abschlagversuchen bewähren und daher möglichst stabil sein. Sie dürfen keinesfalls reißen, damit die Schilde miteinander verbunden bleiben. Deshalb sollten auch stets die mitgelieferten Schrauben beim Anbau verwendet werden, da diese im Zweifel aus stabilerem Material als haushaltsüblichen Schrauben bestehen.

Die Schutzbeschläge erfüllen eine wichtige Funktion, indem sie Schloss und Zylinder schützen. Mindestens die Anforderungen der Widerstandsklasse ES1 sollte daher erfüllt werden, damit ein Aufbohrschutz gewährleistet ist. Daneben bieten sie zusätzlichen Schutz mit der sogenannten Zylinderabdeckung. Sie schützt nicht nur den Zylinder davor, angebohrt zu werden. Sie verhindert auch, dass er herausgezogen wird, weshalb die maximal zulässige Zugbelastung an der Abdeckung ein äußerst wichtiges Kriterium ist.

Verpackungskennzeichnung

Möchte man einen Schutzbeschlag selbst austauschen und einbauen, sollte man im Baumarkt auf die Verpackungskennzeichnung der Produkte achten. Alle durch VdS geprüften Schutzbeschläge sind in der Regel mit einem VdS Logo gekennzeichnet. Weiterhin sollte sich auf der Verpackung eine Angabe der Sicherheitsklasse in Sternen finden. Zwei Sterne stehen hierbei für Schutzbeschläge der Widerstandsklassen ES1. Drei Sterne stehen für die Widerstandsklasse ES2 und vier Sterne für die Widerstandsklasse ES3.

Schutzbeschläge mit zusätzlichem Ziehschutz werden in der Widerstandsklassen-Kennzeichnung mit der Endung „-ZA“ versehen. Die Widerstandsklassen für Schutzbeschläge mit Ziehschutz heißen dann also ES1-ZA, ES2-ZA und ES3-ZA. Die Widerstandsklasse ES0 hat keinen Ziehschutz. Weitere Informationen über die Kennzeichnung durch VdS findest Du hier.

Empfehlungen für den Kauf

Ein Schlüsselloch mit unsicherem Schutzbeschlag und offenen Schrauben in einer Holztür

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Beim Kauf von Schutzbeschlägen sollten daher die jeweilige Widerstandsklasse unbedingt geprüft werden. Eingangstüren und andere Abschlusstüren sollten mindestens mit Schutzbeschlägen der Klasse ES1 ausgestattet werden - jedenfalls im Privatbereich. Bei gewerblich genutzten Objekten wird ein etwaiger Versicherer hingegen im Regelfall auf ES3 bestehen. So oder so bietet die Widerstandsklasse ES3 bzw. SK4 ohnehin den höchsten Schutz.
Dieser Schutz ist letztlich jedoch nur dann gewährleistet, wenn die meinem Schutzbeschlag ausgestattete Tür auch verschlossen wird. Denn bei unverschlossenen Türen müssen Einbrecher weder bohren noch abschlagen.

Beim Kauf von Schutzbeschlägen sollten daher die jeweilige Widerstandsklasse unbedingt geprüft werden. Eingangstüren und andere Abschlusstüren sollten mindestens mit Schutzbeschlägen der Klasse ES1 ausgestattet werden – jedenfalls im Privatbereich. Bei gewerblich genutzten Objekten wird ein etwaiger Versicherer hingegen im Regelfall auf ES3 bestehen. So oder so bietet die Widerstandsklasse ES3 bzw. SK4 ohnehin den höchsten Schutz.
Dieser Schutz ist letztlich jedoch nur dann gewährleistet, wenn die meinem Schutzbeschlag ausgestattete Tür auch verschlossen wird. Denn bei unverschlossenen Türen müssen Einbrecher weder bohren noch abschlagen.

Wenn man sich ausgesperrt hat

Wenn man sich aus der eigenen Wohnung ausgesperrt hat, beeinflusst die Widerstandsklasse des Schutzbeschlags maßgeblich den Aufwand des Schlüsseldienstes. Ein seriöser Schlüsseldienst fragt daher zum Teil bereits vor der Anfahrt, ob die Widerstandsklasse des Schutzbeschlags bekannt ist. Ist lediglich die Tür ins Schloss gefallen, stellt auch eine hohe Widerstandsklasse kein nachhaltiges Hindernis dar um schnell ist die Tür offen. Andernfalls kann es für den Schlüsseldienst einen deutlich höheren Zeitaufwand bedeuten, die Tür mit einer zerstörungsfreien Aufsperrtechnik zu öffnen. Auf unserer Startseite vermitteln wir Dir einen lokalen Schlüsseldienst zum Festpreis.