Tresore für den Privatgebrauch

Der Begriff „Tresor“ steht für viele Arten relativ bis sehr sicherer Aufbewahrungsorte für Wertsachen. Die meisten Personen assoziieren mit einem Tresor einen ganz bestimmten Schrank mit gewissen Sicherheitsvorrichtungen. Tresore gehören im Handel und bei Banken zur Standardausrüstung. Auch in Privathaushalten werden mehr und mehr Tresore eingebaut.

Tresorarten

Tresore für den privaten Gebrauch werden häufig in drei Arten klassifiziert:

  • Stahlschrank
  • Wertschutzschrank und
  • Panzergeldschrank

Der Stahlschrank

Als Stahlschränke, auch Metallschränke genannt, bezeichnet man verschließbare Schränke aus Metall oder Stahl, wie man sie zum Beispiel in Umkleidekabinen oder als Schulspinde kennt. Diese Art Tresor ist am unsichersten, da sie von Dieben vergleichsweise leicht aufgebrochen werden kann. Sie wird daher selten in Privathaushalten verwendet. Die Außenhülle ist meist nur wenige Millimeter dick und kann mit entsprechendem Werkzeug wie etwa eine Konservendose aufgeschnitten werden. Oft findet man solche Stahlschränke in Mitarbeiterräumen, Fitnessstudios und Schulgängen. Ihr Verschluss funktioniert meist über ein Vorhängeschloss, einen Drehriegel oder ein Zylinderschloss. Manche dieser Schlösser können elektrisch betrieben werden oder funktionieren über Münzeinwurf.

Der Wertschutzschrank

Wertschutzschränke bestehen ebenfalls aus Stahl oder Metall. Im Vergleich zu Stahlschränken ist ihre Außenhülle einen bis zu mehreren Zentimetern dick. Wertschutzschränke findet man häufig in Hotels. Auch in Privathaushalten finden die meist kompakten Tresor-Lösungen oft Verwendung. Je nach Art kann der Schrank an der Wand befestigt oder in die Wand eingelassen werden. Gerne wird er in einem separaten Schrank, etwa den Kleiderschrank gestellt. Die Verschlüsse von Wertschutzschränken sind vielseitiger und reichen von Drehzahlschlössern, über elektronische Zahlenschlösser bis hin zu klassischen Schlüsselschlössern. Viele Wertschutzschränke haben Doppelschlösser, also eine Kombination aus zweierlei Schlossarten.

Der Panzergeldschrank

Der Panzergeldschrank gilt als der sicherste der Tresor für den Privatgebrauch. Von einem Wertschutzschrank unterscheidet er sich meist durch eine noch dickere Außenwand. Ebenfalls wird bei seiner Herstellung ein sehr stabiles Metall verwendet. Meist werden für einen Panzergeldschrank zwei Schlossarten kombiniert, um den Diebstahl des Inhaltes zusätzlich zu erschweren. Für einen Laien können die verschiedenen Tresorarten am besten durch die in Deutschland gültigen Zertifizierungsnormen unterschieden werden.

Tresore und ihre Schutzarten

Tresore werden in Privathaushalten vor allem genutzt, um Bargeld, Wertgegenstände wie zum Beispiel Schmuck, oder Waffen sicher zu lagern. Ein Tresor schützt dabei sowohl vor Einbrechern als auch vor den gefährlichen Situationen, in sich die spielende Kinder bringen können.

Zur Klassifizierung von Tresoren gibt es seit 2010 europäische Normen. Diese helfen insbesondere Laien, da sie der Sicherheit von Tresoren eine klare Bewertung zugrunde legen.

Einbruchschutz-Normen bei Tresoren

Hinsichtlich des Einbruchschutzes sind die Normen EN 1143-1 und EN 14450 relevant. Sie definieren für Sicherheitsschränke die Klassen S1 und S2 sowie für Wertschutzschränke die Grade 0 bis VI.

Sicherheitsschränke der Klassen S1 und S2 sind nur für den privaten Gebrauch empfohlen und halten Stand gegen kleinere Brände und mechanische Einbruchversuche, also zum Beispiel ein Brecheisen. Versicherungen versichern den Inhalt dieser Tresore zum Teil bis zu 30.000 EUR.

Wertschutzschränke mit den Graden 0 bis 5 bieten höheren Schutz und bekommen von Versicherungen meist einen entsprechend höheren Versicherungsschutz eingeräumt. Diese Zertifizierung erfolgt durch die VdS, ein Unternehmen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (hier gelangst Du zur VdS-Homepage). Die VdS-Klassen 0 und 1 bieten dabei nur einen gewissen Basisschutz und sollten vor allem für den Privatbereich geeignet sein. Den Premiumbereich bilden hingegen die Klassen 4 bis 6, die sowohl mechanischen wie auch thermischen Einbruchversuchen sehr lange Widerstand leisten können sollen. Im Rahmen dieser Zertifizierung wird ein Tresor verschiedenen Aufbruchversuchen unterzogen, um seine Widerstandseinheiten (RU für Resistant Units) zu ermitteln. Ein Tresor, der nicht mindestens die Anforderungen der Klasse 0 erfüllt, lässt sich daher im Regelfall innerhalb weniger Minuten öffnen oder manipulieren. Auch die VdS-Klassen geben eine Empfehlung an Versicherungen zu der Höhe der Deckungssumm für einen etwaigen Versicherungsschutz.

Brandschutz-Normen bei Tresoren

Der Brandschutz wird auf Basis der EU Norm EN 1074-1 bewertet und unterscheidet die Klassen S60 und S120 jeweils für Daten- und Dokumentenschränke. Eine Zertifizierung wird von verschiedenen Instituten durchgeführt. Dabei wird der Tresor mit einer Einheitstemperaturzeitkurve bis 1080° C in einem Brandofen für 60 (S60) oder 120 (S120) Minuten geprüft und einem Falltest aus 9,15 Metern unterzogen.

Tresor als Waffenschrank

Möchte man einen Tresor auch zur Lagerung von Sportwaffen nutzen, muss man die gesetzeskonforme Lagerung von Schusswaffen beachten. Am besten informiert man sich über das aktuell geltende Recht bei der Polizei. Auch Schützenvereine können meist über das Regelwerk zu Lagerung von Waffen Auskunft geben.

Dadurch, dass Tresore meist sehr effizient vor unerwünschtem Zugriff auf den Inhalt schützen, kommen viele Tresorarten auch als Waffenschränke in Betracht. Das Augenmerk muss in jedem Fall darauf liegen, dass kein Schlüssel oder Pin-Code für andere Personen sichtbar ausliegt. Bei der Lagerung von Sportwaffen bedeutet das, dass auch zum Beispiel Ehepartner keinen Zugriff auf den Waffenschrank oder Tresor haben dürfen.

Beachte diese 3 Punkte bevor Du einen Tresor kaufst

Zusammengefasst unterscheiden sich Tresore also nicht nur in ihrer Größe und hinsichtlich ihres Volumens, sondern vor allem auch hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit und der empfohlenen Versicherungssumme. Um sich für den richtigen Tresor zu entscheiden, sollte man folgende Punkte in die Überlegungen mit einbeziehen:

  • Die Montageform und die gewünschte Nutzung sollten miteinander vereinbar sein. Für die normale private Nutzung, um Schmuck und Bargeld zu schützen, eignen sich vor allem ein Wandtresor oder sonstiges Einbaugerät. Für die Bargeldbestände in einem Geschäft wird hingegen meistens ein Standgerät benötigt.
  • Im Regelfall ist zwar ein Doppelbartschloss integriert, diese lassen sich aber sinnvoll durch bzw. mit Zahlenkombinationsschlössern ersetzen bzw. kombinieren. Für den Privatbereich empfiehlt sich ein einzelnes Zahlenkombinationsschloss, da somit kein Schlüssel vor Einbrechern und Dieben versteckt werden muss.
  • Schließlich ist insbesondere auf die VdS-Klasse zu achten. Auch im Privatbereich sollte der Tresor mindestens die Anforderungen der Klasse 0 erfüllen. Andernfalls kann er innerhalb weniger Minuten geöffnet werden. Im gewerblichen Bereich sollte man sich hingegen mindestens für Klasse 4 entscheiden.
  • Eine diskrete Fachberatung vor dem Kauf ist immer eine gute Hilfe. Die Experten können sagen, an welchen Orten man einen Tresor am besten anbringt und empfehlen meist auch eine Montagefirma.
  • Pin-Code und Schlüssel von Tresoren sollten immer sicher aufbewahrt werden. Während der Schlüsseldienst bei einem verlorenen Haustürschlüssel schnell weiterhelfen kann, sind für die Öffnung von Tresoren oftmals Experten gefragt. Einen lokalen Schlüsselnotdienst vermitteln wir Dir über unsere Startseite.