Über Schlüssel und ihren Aufbau

Schlüssel werden bereits seit vielen Jahren von als Werkzeuge genutzt. Die Historie des Schlüssels reicht bis in die Antike zurück. Schlüssel werden zum Öffnen und zum Schließen von Schlössern genutzt. Während in der Vergangenheit ein Schlüssel meist in ein Schloss gesteckt und darin mit einer Drehbewegung zum Öffnen verwendet wurde, spricht man heute auch von einem Schlüssel wenn es zum Beispiel um einen Pincode geht, welcher ein Schloss öffnet. In beiden Fällen dienen Schlüssel dem Schutz des verschlossenen Gegenstandes oder des verschlossenen Gebäudes, z.B. vor Diebstahl oder unerwünschtem Besuch.

Schlüsselaufbau

Jeder von uns besitzt mindestens einen Schlüssel, eher einmal zwei oder drei. Die Herstellung dieser Schlüssel und der dazugehörigen Schlösser erfolgt mittlerweile durch Maschinen. Um einen Schlüssel zu beschreiben nutzen Personen vom Fach verschiedene Fachbegriffe, die im Folgenden erklärt werden.

Prozess und Maschinen zur Herstellung von Schlüsseln

Die Schlüsselherstellung erfolgt heute meist maschinell. Außerdem können Schweißfachleute Kompetenzen in der Schloss- und Schlüsselherstellung aufweisen. Der Schlüsseldienst nutzt zum Schlüssel nachmachen meist elektronische Maschinen die den Schlüsselcode lesen und kopieren können. Bei dem Kauf einer Schlüsselkopiermaschine sollte man darauf achten, ob man eine Maschine mit oder ohne Token-System möchte. Schlüsselkopiermaschinen mit Token-System sind in der Anschaffung günstiger, funktionieren dafür mit einem Token-Einwurf bei dem für jeden Token und somit je bestimmter Anzahl nachgemachter Schlüssel ein neuer Betrag fällig wird. Schlüsselkopiermaschinen können manuell oder komplett elektronisch funktionieren. Eine manuelle Schlüsselkopiermaschine bekommt man bereits für wenige hundert Euro. Eine elektronische Schlüsselkopiermaschine kostet schnell mehr als tausend Euro.

Materialien zur Herstellung von Schlüsseln

Schlüssel werden meist aus einem Metall hergestellt. In Frage kommen zum Beispiel Edelstahl, Aluminimum oder auch Neusilber. In der Antike wurden Schlüssel aus Holz hergestellt, in der jüngeren Vergangenheit zum Beispiel auch aus Messing. Ausschlaggebend bei der Herstellung von Schlüsseln ist, ob das Material den Schlüssel haltbar und stabil macht und sich auch bei Umwelteinflüssen nicht verfärbt. Dazu muss das Material auch bei geringen und hohen Temperaturen die Form behalten. Zum Beispiel wenn im Winter Schloss und Schlüssel kalt sind, oder wenn man den Schlüsselbund in der Hosentasche lagert.

Lässt man beim Schlüsseldienst einen Schlüssel nachmachen, mischt der Schlüsseldienst das Material für einen neuen Schlüssel nicht selbst zusammen, sondern benutzt bereits vorgefertigte Schlüsselrohlinge. Wie ein Schlüssel nachgemacht wird und was Du dabei beachten musst, wenn Du eine Schlüsselkopie benötigst, kannst Du hier nachlesen.

Verschiedene Schlüsselformen und Schlüsseltypen

Schlüssel gibt es bereits seit vielen Jahrhunderten. Über die Zeit sind Schlüssel kleiner geworden, von historischen langen und breiten Schlüsseln hin zu kleinen, schmalen und handtaschentauglichen Versionen. Während Schlüssel heute hauptsächlich funktional sind, überwogen in der Vergangenheit kreative und aufwendige Verzierungen. Mehr Informationen über die Historie des Schlüssels findest Du unter diesem Link. Heute unterscheiden wir zwischen vielen verschiedenen Schlüsselformen und Schlüsselfunktionen. Diese und auch die einzelnen Komponenten eines Schlüssels erklären wir Dir im Folgenden.

Die verschiedenen Teile eines Schlüssels

Die einzelnen Komponenten des Schlüssels und deren BezeichnungDie einzelnen Teile eines Schlüssels haben spezifische Fachbezeichnungen. Der runde Teil eins Schlüssels, quasi der Griff des Schlüssels, heißt Reite. Hat der Schlüssel einen längeren Schaft, nennt man diesen Halm. Der Teil des Schlüssels welcher die spezielle Form und Formation der Stifte in einem Schloss widerspiegelt wird Schlüsselbart genannt. Besonders bei modernen Schlüsseln, zum Beispiel beim klassischen Wohnungsschlüssel, sind Halm und Bart eins und man spricht meist nur noch vom Schlüsselbart.

Bei einigen Schlüsseln gibt es außerdem eine Schutzvorrichtung, die verhindert dass man den Schlüssel zu weit in das Schloss hineinschiebt. Dazu hat der Schlüssel an der Verbindungsstelle zwischen Reite und Halm eine Verdickung. Diese Verdickung wird Gesenk genannt. Alle Teile des Schlüssels werden fest miteinander verlötet oder verschmolzen, oder der Schlüssel wird direkt aus einem Stück gegossen. Dies soll das Risiko des Schlüsselbruchs und Schlüsselverschleißes minimieren.

Verschiedene Schlüsseltypen

Im tagtäglichen Gebrauch begegnen uns viele verschiedene Schlüsseltypen. Die folgende Auflistung stellt einen Teil der heute verbreitet genutzten Schlüsseltypen dar.

Autoschlüssel

Wer ein Auto hat, hat auch einen Autoschlüssel. Ältere Automodelle ließen sich rein über einen klassischen Schlüssel mit typischem Schlüsselaufbau inklusive Reite und Schlüsselbart öffnen. Heutzutage gibt es Autos, die rein über verbaute Elektronik die Nähe des ebenfalls elektronischen Autoschlüssels erkennen und die Autotür öffnen können. Unter anderem gibt es die folgenden Autoschlüsseltypen

Der klassische, mechanische Zündschlüssel

Heute nur noch bei älteren Automodellen zu finden, ist der mechanische Zündschlüssel das klassische Autoschlüsselmodell. Der Autoschlüssel hat dabei eine feste Form, das heißt der Schlüsselbart ist nicht einklappbar. Um das Auto zu öffnen, kann der klassische Autoschlüssel meist unabhängig von oben und unten des Schlüssels in das Autoschloss eingeführt werden. Man spricht auch von einem Wendeschlüssel. In den meisten Fällen ist das Zündschloss auch mit einer Wegfahrsperre verbunden. Nur durch Drehen des Autoschlüssels im Schloss kann die Wegfahrsperre deaktiviert werden.

Klappbare Funk-Autoschlüssel mit Fernbedienungsfunktion

Der klappbare Autoschlüssel stellt die erste Version des elektronischen Autoschlüssels dar. Meist muss der klassische Schlüsselbart nur noch dann ausgeklappt werden, wenn die Batterie des elektronischen Transponders zur Neige ging. In einigen Automodellen muss der Schlüsselbart allerdings auch genutzt werden, um das Zündschloss zu betätigen.

Klappbare Funk-Autoschlüssel haben üblicherweise drei Tasten auf der Fernbedienung. Eine Taste des Autoschlüssel gilt zum Auto öffnen, eine gilt dem Verschließen des Autos. Die dritte Taste kann meist dazu genutzt werden, nur den Kofferraum aufzuschließen. Auch der Funk-Autoschlüssel kommuniziert mit einer Wegfahrsperre. Hierbei ist meist ausschlaggebend, ob der Transponder für die Wegfahrsperre nah am Zündschloss ist, zum Beispiel weil der Funk-Autoschlüssel in das Zündschloss gesteckt wurde.
Ein elektronischer Autoschlüssel mit ausklappbarem Schlüsselbart

Ein elektronischer Autoschlüssel mit ausklappbarem Schlüsselbart

Keyless-Systeme als Ersatz für den Autoschlüssel

Keyless-Systeme sind die neusten Autoschlüssel-Systeme auf dem Markt. Mit diesem System und den darin verbauten Transpondern ist es nicht mehr notwendig, einen Schlüssel im Schloss zu drehen oder auf den Knopf einer Funkfernbedienung zu drücken. Das Auto erkennt die Nähe des Transponders und öffnet die Autotüren selbstständig. Sitzt man im Auto drinnen, findet man meist auch kein klassisches Zündschloss mehr. Stattdessen kann man den Motor des Autos über einen Start-Knopf zünden.

Schlüssel im Haushalt

In einer üblichen Wohnung finden sich mehrere verschiedene Schlösser. Man kann sichtbare Unterschiede zwischen den Schlüsseln für Zimmertüren, Kellertüren, Abschlusstüren wie Haustüren und zum Beispiel Briefkastenschlüsseln erkennen.

Buntbartschlüssel, die klassischen Zimmerschlüssel und Kellerschlüssel

Die üblichen Zimmertüren können mit einem einfachen mechanischen Schlüssel verschlossen werden. Meist handelt es sich bei den Schlüsseln von Zimmertüren um Buntbartschlüssel. Buntbartschlüssel gibt es in 70 handelsüblichen Formen. Alle Buntbartschlüssel haben einen langen Schlüsselhalm und einen kurzen Schlüsselbart am Ende des Halms. Meist findet man auf dem Schlüssel auf Höhe der Reite eine Nummer, mit Hilfe derer man leicht einen Ersatzschlüssel bei einem seriösen Schlüsseldienst oder im Baumarkt bekommen kann.

Auch ältere Keller haben meist einfache Buntbartschlösser. Da diese jedoch nicht sonderlich sicher sind, gibt es besonders in neueren Wohngebäuden meist Vorhängeschlösser oder Zylinderschlösser auch für die Kellerräume.

Schlüssel für die Haustüre
Grafik eines Schlüssels für ein Zylinderschloss

Grafik eines Schlüssels für ein Zylinderschloss

Haustürschlüssel sind üblicherweise Schlüssel für ein Zylinderschloss. Als solche haben sie einen kurzen oder oft gar keinen Halm und einen langgezogenen Schlüsselbart. Haustürschlüssel können Teil einer Schließanlage sein. Das heißt, dass ein Schlüssel mehrere Schlösser auf einmal öffnen kann. Ein Beispiel für Schlüssel einer Schließanlage ist ein Schlüssel, der die eigene Haustür, aber auch die Tür zum Fahrradkeller und die Tür zum Innenhof aufschließt.
Auch Wendeschlüssel können als Haustürschlüssel vorkommen. Von einem Wendeschlüssel für die Haustüre spricht man dann, wenn es egal ist mit welcher Seite der Schlüssel in das Zylinderschloss eingeführt wird. Das Prinzip ist also gleich dem des mechanischen Autowendeschlüssels. An der Seite findest Du ein Foto eines Wendeschlüssels.
Ein Wendeschluessel kann von beiden Seiten ins Schloss gesteckt werden

Ein Wendeschluessel kann von beiden Seiten ins Schloss gesteckt werden

Auch Wendeschlüssel können als Haustürschlüssel vorkommen. Von einem Wendeschlüssel für die Haustüre spricht man dann, wenn es egal ist mit welcher Seite der Schlüssel in das Zylinderschloss eingeführt wird. Das Prinzip ist also gleich dem des mechanischen Autowendeschlüssels. An der Seite findest Du ein Foto eines Wendeschlüssels.

Briefkastenschlüssel

Viele Briefkästen lassen sich ebenfalls verschließen, damit die persönliche Post sicher ist. Die meisten Briefkastenschlüssel sind nicht einmalig, sondern kommen mehrfach vor. Briefkastenschlüssel sind kleiner als die üblichen Haustürschlüssel, meist weniger lang als 5 cm. In der Form können sie aussehen wie kleine Haustürschlüssel, das heißt wie kleine Zylinderschlüssel.

Sonstige Schlüsseltypen

Andere Schlüsseltypen deren Namen man öfter einmal hört sind zum Beispiel der Generalschlüssel, der Schlagschlüssel und der Berliner Schlüssel. Ein Generalschlüssel ist ein Schlüssel, der viele Schlösser öffnen kann. Man nennt ihn auch Masterschlüssel. In einer Schließanlage ist der Generalschlüssel der Schlüssel, der alle Schlösser der Schließanlage öffnet. Ein Schlagschlüssel ist ein Werkzeug des Schlüsseldienstes. Weitere Infos über den Schlagschlüssel und andere Lock-Picks findest Du hier. Ein Berliner Schlüssel kann durch das Schloss hindurchgesteckt werden. Es ist ein Schlüssel mit zwei Schlüsselbärten. Das heißt an dem Ende, an dem bei einem normalen Schlüssel die Reite ist, befindet sich noch ein Schlüsselbart. Mit einem Berliner Schlüssel schließt man erst das Schloss auf, schiebt den Schlüssel dann durch das Schloss hindurch und schließt von der anderen Seite der Tür das Schloss wieder ab. Da man diese Schlüssel immer vom Schlüsselbund abmachen muss, um sie zu benutzen, haben sie sich nicht bewährt. Auch waren Berliner Schlüssel meist mit einfachen Buntbärten versehen, die leicht nachzumachen und zu knacken sind.

Schlüsselkennzeichnung und Kopierschutz

Wer seine Schlüssel am Schlüsselbund einmal genauer betrachtet, dem fallen mit Sicherheit an einigen, wenn nicht allen Schlüsseln spezielle Schriftzüge auf der Reite der Schlüssel auf. Zum Teil steht hier nur der Name des Schlüssel und Schlossherstellers, wie zum Beispiel ABUS, ERREBI und RENZ für Briefkästen. Bei einigen Schlüsseln finden sich aber zusätzlich noch numerische Kennzeichnungen.

Bei Buntbartschlüsseln benennt die numerische Kennzeichnung die Art des Schlüsselbarts. Schlüsseldienste können mithilfe der Nummer schneller einen Ersatzschlüssel für das Schloss finden. Besonders bei Schlüsseln zu Schließanlagen jedoch, haben die Nummern auf den Schlüsseln, die meist Zylinderschlüssel sind, eine besondere Bedeutung.

Bei einem Schlüssel zu einer Schließanlage ist besonders wichtig, dass dieser nicht einfach so x-beliebig häufig nachgemacht werden kann, denn der Schlüssel öffnet meist direkt mehrere Türen. Zu diesem Zweck sind Schlüssel für Schließanlagen meist mit einem sehr aufwendigen Schlüsselbart versehen und haben eine einzigartige Profilform. Von den handelsüblichen Schlüsselkopiermaschinen und Fräsmaschinen können diese Profile nicht nachgemacht werden. Auch muss der Schlüsseldienst, der eine Kopie eines solchen Schlüssels herstellt, sich vorher zum Beispiel über die Sicherungskarte der Schließanlage versichern, dass sein Kunde auch das Recht hat den Schlüssel nachmachen zu lassen. Hat man als Mieter also einen Schlüssel mit Kopierschutz-Kennzeichnung verloren oder möchte so einen Schlüssel nachmachen lassen, benötigt man zuerst die Erlaubnis des Vermieters.