Über den Schließzylinder, das Kernstück des Türschlosses



Auch wenn der Schließzylinder nur eine austauschbare Baugruppe des Türschlosses ausmacht, hat er doch eine große Bedeutung hinsichtlich der Sicherheit der Tür. Der richtige Schließzylinder macht es Unbefugten deutlich schwerer, eine verschlossene Tür zu öffnen. Einfache Türschlösser, wie zum Beispiel bei einem Buntbartschloss, können innerhalb weniger Sekunden und auch mit Alltagsgegenständen geknackt werden. Ein Zylinderschloss hingegen ist deutlich komplexer und schwerer aufzubrechen. Viele Schließzylinder sind außerdem einbruchhemmend. Im Folgenden erklären wir Dir mehr über den Schließzylinder-Aufbau.
Ein Schließzylinder inkl. passendem Schlüssel zum Einbau in eine Tür

Ein Schließzylinder inkl. passendem Schlüssel zum Einbau in eine Tür

Der Schließzylinderaufbau und die einzelnen Komponenten

Schließzylinder gibt es in verschiedenen Formen und aus den unterschiedlichsten Materialien. Der grundlegende Aufbau ist hingegen bei nahezu allen identisch: der Zylinder besteht aus einem Gehäuse, das als feststehender Körper dient und den gesamten Schließzylinder umfasst. In dem Zylindergehäuse befindet sich der Zylinderkern, als drehbarer Bestandteil des Schließzylinders. Der Kern des Schließzylinders wird bei Einstecken des Schlüssels mit der Übertragung der Schließbewegung auf den Schließbart des Zylinderschlosses gedreht. Diese Drehung wirkt dann auf den Riegel oder die sonstige Sicherung des Türschlosses.

Dabei wird der Kern durch mehrere Gehäusestifte, auch Sperrelemente, gesichert. Diese Gehäusestifte können einerseits zylinderförmige Stifte, andererseits aber auch Plättchen, Schieber, Scheiben oder zum Beispiel Balken sein. Die Sperrelemente können nur durch einen Schlüssel mit passendem Profil auf dem Schlüsselbart bewegt werden. Über den Aufbau und die verschiedenen Teile eines Schlüssels kannst Du hier mehr lesen.

Gängige Zylinderformen sind der Profil-, Rund-, Oval- und Gewindezylinder, wobei jedes Land eigene Normen und Vorschriften dazu erlässt. In Deutschland sind das vor allem die DIN EN 1303 und die DIN 18 252. Am häufigsten werden Schließzylinder mit sogenanntem Europrofil bzw. Hahnprofil verbaut, das bereits 1924 von der Hahn AG eingeführt wurde.

Auf der Grafik zu sehen sind die verschiedenen Komponenten eines Schließzylinders, das innere des Schließzylinders sowie der Aufbau des Schlüssellochs

Auf der Grafik zu sehen sind die verschiedenen Komponenten eines Schließzylinders, das innere des Schließzylinders sowie der Aufbau des Schlüssellochs

Schließzylinder für mehr Sicherheit

Schließzylinder werden insbesondere aus Sicherheitsgründen stetig weiterentwickelt. Im Vergleich zu Schließzylindern mit komplexen Gehäusestiften die ein hohes Maß an Geschick und feines Werkzeug zum Öffnen ohne Schlüssel benötigen, lassen einfache Buntbartschlössen sich simpel mit einem Dietrich oder anderen groben Werkzeugen und etwas Geschick beim im Schloss rumstochern öffnen. Hinter der Entwicklung des Schließzylinders steht daher auch die Intention, die breite und leicht zu manipulierende Schlüsselöffnung von zum Beispiel Buntbartschlössern möglichst kleiner zu gestalten, um den Einsatz von Werkzeug zu erschweren.

Inzwischen ist die Schließzylindertechnik deutlich ausgereifter, als die Mechanik eines Buntbartschlosses. Eine Vielzahl unterschiedlicher Schließzylindertechniken ist verfügbar, um möglichst sichere Türschlösser zu konstruieren. Besondere Bedeutung haben dabei die Nachschließ- und die Aufsperrsicherheit. Als Nachschließsicherheit bezeichnet man die Möglichkeit, das jeweilige Schloss mit einem nicht zugehörigen Schlüssel zu öffnen. Die Aufsperrsicherheit ist ein Maß dafür, wie schwer das Öffnen mit verschiedenen Werkzeugen ist. Bei der Bestimmung von Aufsperrsicherheit und Nachschließsicherheit eines Schließzylinders wird auf die VdS-Richtlinie zurückgegriffen, die bei mechanischen Schließzylindern zwischen zwei Klassen unterscheidet: Klasse A und Klasse B. Hersteller kennzeichnen VdS-anerkannte Zylinder mit dem VdS-Logo.

Je nach Kategorie variieren daher nicht nur der Systemaufbau, sondern auch die Betriebssicherheit sowie die Maßnahmen gegen Aufsperrmethoden und gegen mechanische Zerstörung. Sie umfassen beispielsweise die Schlüsselprofile oder Vorkehrungen zum Aufbohrschutz, genauso wie eine Kernziehsperre. Aber auch Not- und Gefahrenfunktionen werden heutzutage immer wichtiger. Entsprechende Schließzylinder lassen sich unter anderem auch dann drehen, wenn auf der anderen Zylinderseite bereits ein Schlüssel steckt. Das schützt nicht nur vor einem unbeabsichtigten Aussperren, es hilft auch bei der Rettung hilfloser Personen durch eine einfachere Türöffnung.

Ein guter Schließzylinder muss nicht teuer sein

Die Kosten für einen Schließzylinder hängen vor allem von dessen Sicherheitseigenschaften ab. Einfache Schließzylinder ohne VdS-Kennzeichnung sind bereits für € 10,00 bis € 20,00 zu bekommen. Es lohnt sich allerdings, mehr Geld in einen Schließzylinder zu investieren. Ein Schließzylinder ohne VdS-Zertifizierung erfüllt meist noch nicht einmal die einfachsten Bedingungen zum Schutz gegen Einbrüche und Manipulation, sondern können mit einfachsten Hilfsmitteln geknackt oder herausgebohrt werden. Da der Schließzylinder eine wichtige Barriere gegen Einbrecher darstellt, lohnt es sich besonders für sicherheitsrelevante Bereiche, wie zum Beispiel für die Wohnungstür, Schließzylinder mit VdS-Bewertung der Klasse B anzubringen. Noch sicherer gegen Einbruchsversuche ist dann nur die Klasse B+. Am besten allerdings, sicherst Du eine Abschlusstür zusätzlich ab: auf unserer Seite über Türsicherung kannst Du Dich über weitere Methoden zum Einbruchschutz informieren.

Einen Schließzylinder mit entsprechend höherwertiger Qualität findet man üblicherweise im Preisbereich von mindestens € 60,00. Da Schließzylinder in Deutschland fast ausschließlich mit genormter Gewindebohrung verkauft werden, ist ein Einbau in die Tür vergleichsweise leicht und erfordert meist kein zusätzliches Bohren und Aussägen der Tür. Wer den Einbau nicht selbst vornehmen möchte kann allerdings auch auf einen seriösen Schlüsseldienst in der Nähe zurückgreifen. Der Vorteil bei der Beauftragung eines Schlüsseldienstes besteht darin, dass dieser sich mit dem Einbau von Schlössern und Schließzylindern bestens auskennt. Der korrekte und sichere Einbau ist somit gewährleisten und Du kannst versichert sein, dass Dein neuer Schließzylinder Deine Türsicherung optimal ergänzt.

Falls Du Dich ausgesperrt hast und Deine Tür mit einem VdS-zertifizierten Schließzylinder gesichert ist, lohnt es sich, sofort einen Schlüsseldienst zur Hilfe zu holen. Versucht man erst, mit einer Büroklammer oder einer Haarklammer selbst im Schloss herumzustochern, kann man das Schloss beschädigen. Besonders wenn dann ein Teil des Hilfsmittels im Schließzylinder abbricht, steigen die Kosten für den Schlüsseldienst schnell an. Auf unserer Startseite kannst Du mit dem PLZ-Checker schnell und einfach prüfen, ob wir bei Dir in der Nähe einen Schlüsseldienstpartner haben.