Private Sicherheitsdienste im Immobilienschutz

Private Sicherheitsdienste werden auch in Deutschland immer häufiger mit Aufgaben des Objektschutzes beauftragt. Die Sicherheitsdienst-Branche ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und erfährt einen regelrechten Umsatzboom. Organisiert ist die Branche unter anderem im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft. Hier findest Du weitere Informationen zu der Branchenentwicklung bis 2016. Neben Tätigkeiten des Objektschutzes übernehmen private Sicherheitsdienste immer häufiger auch Personenschutzaufgaben, Sicherheitstätigkeiten in Einzelhandelsgeschäften, oder zum Beispiel Sicherheitsdienste bei Veranstaltungen. Es agieren nicht nur Privatpersonen und Unternehmen als Auftraggeber, um etwaige bereits getroffene Sicherheitsvorkehrungen sinnvoll zu ergänzen, auch Kommunen greifen immer häufiger auf entsprechende Dienstleister zurück. Bevor Du einen privaten Sicherheitsdienst zum Schutz der eigenen Wohnung beauftragst oder ihn statt eines Schlüsseldienstes zu einer Beratung hinzuziehst, erhältst Du im Folgenden weitere Infos zu Befugnissen und Tätigkeiten privater Sicherheitsdienste.

Private Sicherheitsdienste ersetzen nicht die Polizei

Private Sicherheitsdienste verfügen über nur vergleichsweise beschränkte Befugnisse. Sicherheit selbst ist letztlich ein öffentliches Gut, dessen Bereitstellung vor allem dem jeweiligen Staat obliegt. Daher dürfen die Befugnisse von Sicherheitsunternehmen nicht überschätzt werden. Vor allem dürfen die jeweiligen Mitarbeiter keine Waffen tragen. Ihre Uniform muss für außenstehende Personen eindeutig von denen der Polizei oder zum Beispiel des Ordnungsdienstes unterscheidbar sein. Außerdem dürfen private Sicherheitsdienste keine Personenkontrollen durchführen. Einerseits sind die jeweiligen Mitarbeiter zwar berechtigt, nach Personalien zu fragen und diese gegebenenfalls zu notieren. Andererseits können sie nicht auf die Vorlage eines Ausweises bestehen.

Die Befugnisse des privaten Sicherheitsdienstes

Private Sicherheitsdienste verfügen prinzipiell nur über jene Befugnisse, die ihnen per Vertrag vom jeweiligen Auftraggeber übertragen wurden. Solch eine Befugnis kann zum Beispiel die Zutrittskontrolle eines Gebäudes sein. Nicht jede vertraglich festgelegte Dienstleistung zwischen Auftraggeber und privatem Sicherheitsdienst stellt jedoch automatisch eine Befugnis des Sicherheitsdienstes dar, denn grundsätzlich gilt es die rechtlichen Aspekte zu beachten. Private Sicherheitsdienste erbringen ihre Leistungen auf Basis des Zivilrechts.

Wenn sie im Namen des Auftraggebers handeln, können private Sicherheitsdienste dessen Hausrecht durchsetzen, sofern dies in Form einer Hausordnung näher konkretisiert wird. Besonders bedeutsam ist das Hausrecht hinsichtlich etwaiger Hausverbote oder Platzverweise. Engagierte Sicherheitsunternehmen dürfen diese nicht nur aussprechen, sondern auch durchsetzen und unerwünschte Personen vom Grund und Boden des Auftraggebers verweisen. Ist körperlicher Einsatz erforderlich, um jemanden eines Geländes zu verweisen, können diese Maßnahmen durch die gesetzlichen Regelungen zur Notwehr und Selbsthilfe entsprechend abgesichert sein. Für den privaten Sicherheitsdienst ist selbstverständlich Vorsicht geboten: Auch wenn eine Person das Hausrecht des Auftraggebers bricht, darf der private Sicherheitsdienst nicht gewalttätig handeln. Im Zweifelsfall hält der Sicherheitsdienst die Person fest und verständigt die Polizei.

Privat kamen die meisten Menschen schon einmal in Kontakt mit so genannten „Türstehern„. Bei geschlossenen Veranstaltungen sind diese prinzipiell berechtigt, Personen an der Tür abzuweisen, wenn der Veranstalter dies möchte. Werden sie hingegen im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung beschäftigt oder zum Beispiel von Discotheken eingesetzt, müssen sie bei ihrer Tätigkeit vor allem das Antidiskriminierungsgesetz beachten.

Schließlich dürfen private Sicherheitsdienste im begrenzten Umfang Personen festsetzen, also verhaften. Dazu muss allerdings ein dringender Tatverdacht hinsichtlich einer Straftat vorliegen und die jeweilige Person darf nur so lange festgehalten werden, bis die Polizei eintrifft. Das gilt allerdings nicht nur für Sicherheitsdienste, sondern auch für Privatpersonen – es handelt sich dabei um das so genannte „Jedermannsrecht„. Anwendung findet das Jedermannsrecht zum Beispiel, wenn jemand beim Ladendiebstahl erwischt wurde.

Wenn es gilt einen Privathaushalt zu sichern, werden private Sicherheitsdienste eher selten beauftragt. Öfter hingegen für ganze Mehrparteienhäuser oder Straßenblöcke. Man spricht hier von der anfangs erwähnten Objektsicherung. Zu den Tätigkeiten des privaten Sicherheitsdienstes gehören zum Beispiel Streifengänge auf dem Gelände der Wohngebäude, die Kontrolle von Zäunen, Mauern und Wänden und eine Überwachung der Gebäude. Wie viele seriöse Schlüsseldienste bieten einige private Sicherheitsdienste in diesem Zusammenhang auch die einmalige Überprüfungen von Wohngebäuden an. Bei diesen identifizieren sie Schwachstellen in der Sicherheit, wie zum Beispiel leicht aufzuhebelnde Fenster und beraten zur Haussicherung. Zum Teil können private Sicherheitsdienste auch nach einem Einbruch dabei helfen, Wohnung oder Haus zu sichern bis neue Fensterscheiben, Türen, oder Schlösser eingebaut werden. Lies mehr zu diesem Thema unter Einbruchsoforthilfe.

Private Sicherheitsdienste beauftragen: Das sollte man beachten

Werden private Sicherheitsdienste beauftragt, sollten sich die Auftraggeber möglichst weitgehend absichern. Immerhin haften sie in vielen Fällen für die Sicherheitsdienstleister, die lediglich als Beauftragte agieren. Folgende Punkte gilt es zu beachten:

  • Private Sicherheitsdienste sollten grundsätzlich dazu verpflichtet werden, die fachgerechte Ausbildung ihrer Mitarbeiter nachzuweisen und die Mitarbeiter selbst einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen wurden.
  • Gleichzeitig sollte man das jeweilige Unternehmen vertraglich an die Bestimmungen des Antidiskriminierungsgesetzes binden, um sich selbst vor etwaigen Schadenersatzansprüchen zu schützen.
  • Schließlich sollten Art und Umfang der gewünschten Sicherheitsdienste möglichst detailliert vereinbart werden. Das umfasst auch das Berichtswesen.

Sind insbesondere diese drei Punkte entsprechend geklärt, ergänzen private Sicherheitsdienste etwaige andere Vorkehrungen. Gerade im Bereich des Objektschutzes. Wenn Du einen Schlüsseldienst zum Festpreis beauftragen möchtest, informiere Dich hier, wir senden Dir gerne einen unserer kompetenten Partner aus Schlüsseldienst- und privaten Sicherheitsfirmen zu.