Die Geschichte des Schlüssels

Schlüssel gehören zu unserem modernen Alltag. Wir benutzen sie jeden Tag, um die Wohnungstür abzuschließen, das Fahrradschloss zu öffnen, das Auto zu starten und um ins Büro zu gelangen. Schlüssel sind für uns selbstverständliche Zugangsmittel. Doch woher kommt der Schlüssel eigentlich?

Von der Antike bis zur Neuzeit

Schlüssel wurden bei vielen historischen Ausgrabungen gefunden und auch in einigen historischen Aufzeichnungen entdeckt. Die Geschichte des Schlüssels kann von der Antike bis in die Neuzeit verfolgt werden. Auf dem folgenden Bild findest Du einige Zeichnungen historischer Schlüssel.

Die Zeichnung historischer Schlüssel zeigt den immer ähnlichen Aufbau der Schlüssel über alle Kulturen und Zeiten hinweg.

Die Zeichnung historischer Schlüssel zeigt den immer ähnlichen Aufbau der Schlüssel über alle Kulturen und Zeiten hinweg.

  1. Gotischer Schlüssel
  2. Englischer Stahlschnittschlüssel
  3. Kammbartschlüssel
  4. Stahlschnittschlüssel
  5. Romanischer Schlüssel
  6. Römischer Schlüssel
  7. Hakenschlüssel
  8. Wikingerschlüssel
  9. Klappschlüssel
  10. Byzantischer Schlüssel

Antike

Schlüssel gehören zu den ältesten Werkzeugen der Menschheit, denn seit jeher versuchen wir, mit Schlössern unser Hab und Gut vor anderen zu schützen. Bereits in der Bronzezeit nutzt man wohl zur Sichel geformte Haken aus Bronze und Eisen um Hütten zu verschließen. Die Ägypter stellten in der Antike bereits Schlüssel her, die über eine Stoßbewegung ein Schloss öffneten. In der griechischen Antike gab es dann Varianten der uns heute bekannten Schlüssel. Diese wurden, in Kombination mit einem kunstvoll verknoteten Riemen, dazu genutzt, Häuser zu verschließen. Die sogenannten lakonischen Schlüssel hatten bereits Einkerbungen die unserem heutigen Schlüsselbart ähnlich waren.

Altes Griechenland

Circa um das Jahr 500 herum gab es erstmals mehrzinkige Schlüssel. Die Griechen entwickelten diese, meist aus Eisen hergestellten Schlüssel. Sie hatten eine handliche Länge von weniger als 15 cm und konnten, in das passende Schloss eingeführt, eine Reihe von Sperrklötzchen bewegen. Das zu den Schlüsseln gehörende Schloss nannte man nach den Sperrklötzchen „Balanos-Schloss“.

Im römischen Reich

Eine entscheidende Entwicklung machte der Schlüssel mit den Römern. Diese entwickelten die Technik der Griechen weiter, und produzierten Schlüssel mit Längen kleiner als 10 cm, die, so vermutet man heute, auch zum Abschließen von Kisten genutzt wurden. Die römischen Schlüssel basierten auf einer Hebe-Schiebe-Technik. Das bedeutet, dass der Schlüssel erst einmal im Schloss einen Hebel anhebt und dann beiseite schiebt, um das Schloss zu öffnen. Die Schlüssel, welche in vielen Teilen Europas bei archäologischen Ausgrabungen gefunden wurden, sind durch ihre Senkrecht zum Schlüsselgriff stehenden Zacken erkennbar. Die Römer entwickelten schließlich die ersten Drehschlösser.

Mittelalter

Drehschlösser gelangten im Mittelalter an große Beliebtheit. Exemplare dieser Schlüssel wurden, außer in Überresten des römischen Reiches, auch in den Skandinavischen Ländern gefunden. Je nach der Kultur, deren Menschen den Schlüssel herstellten und nutzten, waren Griff oder Bart des Schlüssels besonders geformt.

Neuzeit

Seit dem haben Schlüssel sich konstant weiterentwickelt. Dem jeweiligen Technikstand angepasst, entwickelt sich auch die Schlüsselfunktion stetig weiter. Heute ist ein Schlüssel zum Beispiel auch eine Bezeichnung für einen Code, mit Hilfe dessen man eine Nachricht entschlüsseln oder ein Zahlenschloss öffnen kann. Auch wenn Schlüssel im Laufe der Zeit in verschiedener Art und Weise an den Stand der Technik angepasst wurden, blieb ihre Funktionsweise prinzipiell die Gleiche.

Was genau ist ein Schlüssel

Als Schlüssel wird im Duden ein Gegenstand zum Öffnen und Schließen eines Schlosses bezeichnet. Es handelt sich also um ein Werkzeug, das im Regelfall aus einem Griff, einem Bart und einem Halm besteht. Auf der Seite Schlüsselaufbau kannst Du über die verschiedenen Teile des Schlüssels lesen.

Anhand eines Schlüssels kann man leicht erkennen, was für eine Art Schloss der Schlüssel schließen kann. Heutzutage werden vor allem Buntbartschlösser für Innentüren und Stift- oder Zylinderschlösser für Außentüren benutzt. Typisch für einen Tresor ist hingegen ein Doppelbartschloss.

Verschiedene Schlüssel im Überblick

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Schlüsselformen. Eine erste grobe Einteilung kann nach mechanischen und elektronischen Schlüssel erfolgen.

Mechanische Schlüssel werden nach wie vor am häufigsten genutzt und umfassen Buntbart- und Zylinderschlüssel. Aber auch Tresorschlüssel gehören dazu. Bei all diesen Schlüssel ist es wichtig, wie sie in das Schloss gesteckt werden, damit sie es schließen können. Lediglich die sogenannten Bohrmulden- oder Wendeschlüssel schließen davon unabhängig. Letztlich werden sie jedoch zunehmend von elektronischen Schlüssel ersetzt. Sie bestehen entweder aus einem drahtlosen Sender, wie zum Beispiel beim Auto, einem Transponder mit RFID-Technik oder sie basieren auf Techniken wie der Fingerabdruck-Erkennung. Auch Magnetkarten können als Schlüssel eingesetzt werden.

Auf der folgenden Zeichnung findest Du einige moderne Schlüssel:

  1. Zylinderschlüssel
  2. Wendeschlüssel
  3. Buntbartschlüssel
  4. Kleiner Zylinderschlüssel, zum Beispiel Briefkastenschlüssel oder Vorhängeschlosschlüssel
  5. Elektrischer Autoschlüssel
  6. Mechanischer Autoschlüssel
  7. Fahrradschlossschlüssel
Moderne Schlüssel sind vielfältig - diese Grafik zeigt sieben verschiedene Schlüsseltypen.

Moderne Schlüssel sind vielfältig – diese Grafik zeigt sieben verschiedene Schlüsseltypen.

Auch heute noch verwendet man in einigen Ländern artistisch geformte Schlüssel, die fast historisch anmuten und einen langen Schlüsselhalm haben (lerne hier mehr über die Bezeichnung verschiedener Teile des Schlüssels). So zum Beispiel in Portugal, wo das Foto dieses Schlüssels aufgenommen wurde.

Vorteil dieser Schlüssel ist, dass der lange Halm das knacken des Schlosses mit einfachem Werkzeug erschwert, da man weit tiefer im Schloss herumstochern muss. Ebenfalls sichert der zweiseitige Schlüsselbart vor unerwünschten Gästen. Unpraktisch ist, dass diese Schlüssel durch ihre Größe / Lange unhandlicher sind, als die in Deutschland üblichen Haustürschlüssel.
Das Foto zeigt einen typischen Portugiesischen Wohnungsschlüssel mit langem Schlüsselhalm und artistisch geformten Schlüsselbart.

Typischer, portugiesischer Wohnungsschlüssel

Auch heute noch verwendet man in einigen Ländern artistisch geformte Schlüssel, die fast historisch anmuten und einen langen Schlüsselhalm haben (lerne hier mehr über die Bezeichnung verschiedener Teile des Schlüssels). So zum Beispiel in Portugal, wo das Foto dieses Schlüssels aufgenommen wurde.

 

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