Das Einsteckschloss im Überblick – Die wichtigsten Infos

Ein Einsteckschloss gehört heutzutage zu den wesentlichen Komponenten einer jeden Tür. Es ist Basis für die wichtigsten Elemente, die eine Tür funktionsfähig machen: ohne die darin eingebaute Falle und den Türriegel lässt sich eine Tür nicht sicher und fest verschließen. Das macht das Einsteckschloss zu einem wichtigen Teil der sicherheitsrelevanten Ausstattung. Die nachfolgenden Infos können Dir dabei helfen, vor dem Einbau nach den richtigen Sicherheitskriterien ein Einsteckschloss auszuwählen, oder aber Deine Tür und deren Sicherheit einzuschätzen, wenn Du grade neu in eine Wohnung gezogen bist oder Dich gegen Einbrüche schützen möchtest. Umfassende Informationen über alle Möglichkeiten zur Türsicherung findest Du hier.

So ist der Aufbau eines Einsteckschlosses

Ein Einsteckschloss besteht aus einem Schlosskasten, in welchen die verschiedenen anderen Komponenten des Einsteckschlosses eingelassen sind. Wenn Du zum Beispiel Deine Haustür öffnest, kannst Du das Einsteckschloss von der Seite sehen. Diesen Teil des Einsteckschlosses, den Du an der Seite der Tür erkennen kannst, nennt man Stulp. In den Stulp eingelassen sind weitere wichtige Komponenten: die Falle, der Riegel, die Drückernuss und die Zuhaltung des Einsteckschlosses.

Die Falle ist ein Bolzen, der in die jeweilige Öffnung des Schließbleches schnappt, sobald die Tür geschlossen wird. Unterhalb davon befindet sich der Riegel, der mithilfe des passenden Schlüssels in die weitere Schließblechöffnung geschoben wird und so die Tür verriegelt.

Im nicht sichtbaren Teil des Einsteckschlosses ist die Nuss für den Türgriff und die Aussparung für das Schloss. Die Nuss, auch Drückernuss genannt, bezeichnet eine Vierkantöffnung für den Türdrücker. Die Nussfeder sorgt insofern dafür, dass der Drücker nach dem Betätigen wieder in die Ursprungsposition zurückgeführt wird.

Nach Einbau des Einsteckschlosses lässt sich in die Aussparung für das Schloss zum Beispiel ein Schließzylinder befestigen. Den Abstand zwischen Mittelpunkt der Schloss-Aussparung und Rand mit Falle und Riegel nennt man Dornmaß. Auf der folgenden Grafik kannst Du den Aufbau eines Einsteckschlosses genauer anschauen.

Schematischer Aufbau eines Schlosses in der Seiten- und Frontalansicht

Einsteckschloss-Normen und Bestimmungen

Die Bestimmungen für ein Einsteckschloss finden sich insbesondere in der DIN 18 251. Nach dieser DIN lassen sich auch die verschiedenen Schließwerke unterscheiden, die man dann in das Einsteckschloss einbauen kann. Zu den wichtigsten Schließwerken für Einsteckschlösser gehören Buntbartschließwerk, Zuhaltungsschließwerk und Profilzylinderschließwerk.

Verschiedene Schließwerke zum Einbau in das Einsteckschloss

Das Buntbartschließwerk findet sich vor allem in Zimmer- oder Verbindungstüren. Zum Schließen wird, wie der Name bereits verrät, ein Buntbartschlüssel benutzt. Wie ein Buntbartschlüssel aussieht, siehst Du hier. Ein damit ausgestattetes Einsteckschloss gilt im Regelfall als vergleichsweise unsicher. Häufig reicht ein einfacher Dietrich, um das Schloss zu entsperren und die Tür zu öffnen. Mit etwas Expertise kann man ein Buntbartschloss auch mit Haushaltsgegenständen aufbrechen. Ein Buntbartschloss sollte daher niemals in sogenannte Abschlusstüren, das heißt Türen die direkt nach draußen führen, einbauen.

Demgegenüber stellt das Zuhaltungsschließwerk eine Weiterentwicklung dar. Das Zuhaltungsschließwerk beinhaltet mehrere Zuhaltungen, die mit dem jeweiligen Schlüssel den Riegel zum Öffnen freigeben. Die Nachschließsicherheit ist dadurch vergleichsweise hoch. Beim Profilzylinderschließwerk ergeben sich ähnliche Vorteile. Das Sicherheitsniveau hängt dabei jedoch im Wesentlichen von dem Profilzylinder ab, der eingebaut wird. Einen Profilzylinder nennt man auch Schließzylinder. Über den Schließzylinder und seinen Aufbau kannst Du hier mehr lesen.

Einsteckschloss kaufen – Darauf sollte man achten

Wer ein Einsteckschloss kaufen will, sollte auf verschiedene Punkte achten. Dazu gehören zum einen die Öffnungsrichtung der jeweiligen Tür, aber auch das Dornmaß. Zusätzlich ist die Sicherheitsklasse zu beachten. Für die Sicherheitsklasse des Einsteckschlosses gilt: Je höher die Klasse ist, umso höher ist auch die Sicherheit. Insgesamt wird zwischen vier verschiedene VdS-Klassen unterschieden:

  • Klasse 1 steht für leichte Innentürschlösser,
  • Klasse 2 für (normale) Innentürschlösser,
  • Klasse 3 für Schlösser von Wohnungsabschlusstüren und
  • Klasse 4 für Schlösser mit erhöhter Einbruchhemmung und eine hohe Benutzerfrequenz.

Das Dornmaß beträgt im Regelfall 20 mm bis 100 mm. Bei Haustüren mit massiver Bauweise sind zum Beispiel 65 mm üblich. Es ist wichtig, das Dornmaß vorab zu kennen oder an der Tür auszumessen, damit das gekaufte Einsteckschloss dann auch in die Tür eingebaut werden kann.

Zusätzlich wird ein Einsteckschloss noch mit dem Entfernungsmaß bemessen. Das Entfernungsmaß ist für die Wahl des Schutzbeschlags erforderlich und bezeichnet den Abstand zwischen dem Mittelpunkt der Drückernuss und dem Mittelpunkt des Schlüssellochs. Was einen sicheren Schutzbeschlag ausmacht, erfährst Du hier.

So viel kostet ein Einsteckschloss

Die Kosten für ein Einsteckschloss hängen zum einen von der Art und zum anderen natürlich von der Sicherheitsklasse des Einsteckschlosses ab. Sehr einfache Einsteckschlösser sind bereits für geringe Beträge zu bekommen, eignen sich dann aber auch nur für Innen- und Verbindungstüren. Hochwertige Einsteckschlösser mit hoher Sicherheitsklasse können hingegen schnell mehr als hundert Euro kosten. Trotzdem sollte man beim Einsteckschloss-Kauf nicht am falschen Ende sparen. Gerade für Abschlusstüren empfiehlt sich zumindest die oben beschriebene Sicherheitsklasse 3. In Anbetracht der weiterhin steigenden Einbruchzahlen sollte man sich jedoch idealerweise für Sicherheitsklasse 4 entscheiden. Über weitere Möglichkeiten zur Haussicherung informieren wir Dich auf dieser Seite.