Informationen zur Einbruchstatistik

Einbrüche und die Einbruchstatistik sind ein Teil der jährlich erscheinenden Polizeilichen Kriminalstatistik. Die Polizeiliche Kriminalstatistik bildet eine Auflistung strafrechtlicher Sachverhalte, welche der Polizei bekannt geworden sind, im statistischen Kontext. Bund und Länder befassen sich jährlich mit der neuesten Kriminalstatistik und die Unterlage wird der Allgemeinheit unter anderem online verfügbar gemacht. Klicke hier um die Polizeiliche Kriminalstatistik von 2015 zu öffnen.
Da die Polizeiliche Kriminalstatistik Angaben zu Art und Anzahl erfolgter und der Polizei bekannt gewordener Straftaten erhält, bietet sie eine gute Grundlage um die Entwicklung zum Beispiel von Einbruchsdelikten über die Jahre zu evaluieren.

Statistiken aus dem Jahr 2015


Die aktuellen Zahlen zu Wohnungseinbrüchen gab Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière zusammen mit dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, dem saarländische Innenminister Klaus Bouillon, am 23. Mai 2016 in der polizeilichen Kriminalstatistik 2015 bekannt. Die Zahl der Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche im Jahr 2015 stieg um etwa 15.000 Delikte im Vergleich zum Vorjahr 2014 an. Mit insgesamt 167.136 gemeldeten Einbrüchen wurde 2015 der höchste Stand seit der Jahrtausendwende erreicht. In den Jahren 2010 bis 2014 stieg die Kriminalitätsrate in dem Bereich der Einbrüche bereits um 35% an, alleine in 2015 dann noch einmal um 9,9%. Die Aufklärungsquote von Einbruchsdelikten hingegen sank im gleichen Zeitraum von 15,9% auf 15,2% aller der Polizei bekannt gemachten Delikte. Das bedeutet, dass nicht einmal jeder sechste Fall polizeilich aufgeklärt werden konnte. Laut dem Innenministerium sind die Täter meist professionell arbeitende reisende Banden aus Südost- und Osteuropa mit zunehmend besser organisierten internationalen Netzwerken.

 

Die Zahl der Einbrüche in Deutschland stieg in den letzten Jahren stetig an

 

Einbrüche sind schwer Aufzuklären

Die Einbruchstatistik weist eine geringe Aufklärungsquote auf und gilt als ein Problemfeld der Polizei. Dies liegt besonders daran, dass Einbrüche meist innerhalb kürzester Zeit von statten gehen und selten Zeugen haben. Die Polizei erhält daher keine dringend benötigten Informationen über Anzahl oder Aussehen der Täter, was die Nachverfolgung erheblich erschwert. Da Einbrecher sich in den meisten Fällen außerdem mit Handschuhen und eventuell sogar Maskierung gegen das Hinterlassen von Fingerabdrücken und sonstigen DNA Spuren versichern, wird auch die Spurensicherung selten fündig. Die Polizei kann somit meist nur durch gezielte Analyse der Einbruchsmuster und verstärkte Polizeipräsenz Einbrechern das Handwerk legen. Lies weitere Details in einem Interview der Fachzeitschrift PROTECTOR mit dem deutschen Kriminologen Professor Dr. Thomas Feltes.

Eigentum präventiv absichern – es lohnt sich!

Die niedrige Aufklärungsquote verdeutlicht die Notwendigkeit, das eigene Haus oder die eigene Wohnung selbst gegen die steigenge Gefahr eines Einbruchs abzusichern. Hierbei ist es von großer Hilfe, die Beratung über mögliche Sicherungsmaßnahmen durch die Polizei oder fachkundiges Personal der Sicherheitstechnik oder des Schlüsseldienstes vor Ort in Anspruch zu nehmen. Nur entsprechend geschulte Augen können die Schwachstellen Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses schnell erkennen und individuelle Sicherheitsratschläge geben.
Wie sinnvoll die richtigen Präventionsmaßnahmen sein können, lässt sich ebenfalls anhand der jüngsten polizeilichen Kriminalstatistik 2015 ablesen. Wie in der Veröffentlichung nachzulesen, stieg nicht nur die Zahl der erfolgreichen Wohnungseinbrüche, sondern auch die Zahl der gescheiterten Einbruchsdelikte. Lag die Quote der Versuchshandlungen in 2014 noch bei 41,4%, stieg sie im Vorjahr bereits auf 42,7% an. Dies verdeutlicht, dass die Verbesserung des technischen Einbruchschutzes ungemein wichtig ist, um den Täter an seinem Versuch scheitern zu lassen und um damit den Anteil an vereitelter Wohnungseinbrüchen zu erhöhen.
Einbrecher verursachten allein im Jahr 2015 durch den Diebstahl von Eigentum, auch Stehlgut bezeichnet, einen Schaden von ca. 441 Millionen Euro. Dieser Betrag lässt die Dunkelziffer an nicht gemeldeten oder bemerkten Einbrüchen außer Acht. Ebenfalls kommt zu dieser hohen Summe noch der Schaden an gewaltsam geöffneten Fenstern oder Türen hinzu. Auf unserer Webseite informieren wir Dich auch über Türsicherungen und Fenstersicherungen, mit denen Du Dein Zuhause sicherer machen kannst.

Emotionale Belastungen als Folge von Einbrüchen

Die Intensivierung von Schutzmaßnahmen hilft jedoch nicht alleine nur, das Eigentum sowie persönliche Gegenstände und Vermögenswerte zu sichern, denn ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die emotionale Belastung, welche ein Einbruch bei den Einbruchsopfern auslösen kann. Ein jeder Wohnungseinbruch birgt die Gefahr, die betroffenen Bewohner psychisch stark und nachhaltig zu belasten. Einbrecher dringen in die Intimsphäre der Opfer ein und können ein essentielles Sicherheitsgefühl zerstören. Als Folge daraus können Angst-, Schlaf- oder Essstörungen, Magen-, Rücken- und Kopfschmerzen auftreten. Einige Opfer sehen sich sogar gezwungen ihr Heim zu verlassen, weil sie in ständiger Angst leben, der oder die Täter könnten zurückkehren. Erfahren Sie mehr zu psychischen Einbruchsfolgen in einem Interview des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft mit Günther Deegner. Herr Deegner, Diplom-Psychologe und Autor des Buches „Psychische Folgeschäden nach Wohnungseinbruch“, betont vor allem die Relevanz von Unterstützung durch Familie und enge Vertraute für die Einbruchsopfer bei der Bewältigung des ersten Schocks. Generell kann man sagen, dass die Stärke der Belastung durch einen Einbruch stark von der eigenen Persönlichkeit abhängt. Laut einer Studie aus den 1990er Jahren litten etwa 30 bis 60 % der Einbruchsopfer unter Angstgefühlen. Unter Schlafstörungen litten bis zu 40% und bei gut jedem zehnten Opfer wurde eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt.