Einbruch und nun? Einbruchsoforthilfe und Verhalten im Einbruchsfall

Ein Einbruch passiert plötzlich, unerwartet und ist individuell zum Teil extrem belastend. Vor allem das persönliche Gefühl der Sicherheit in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus wird empfindlich gestört. Da fällt es natürlich schwer als Betroffener einen klaren Gedanken zu fassen. Mehr als 150.000 Einbrüche geschahen im Jahr 2015 (hier findest Du weitere Informationen zur Einbruchstatistik). Nachfolgend bieten wir Dir daher die besten Tipps für das richtige Verhalten im Einbruchsfall und Infos zur Einbruchsoforthilfe. Auch als Verwandter oder Bekannter von Einbruchsopfern können die folgenden Tipps helfen, den Betroffenen Rat gebend bei Seite zu stehen.
Wenn Einbrecher sich zutritt verschaffen, geschieht das meist ohne Rücksicht auf Beschädigung, z.B. mit einem Brecheisen

Wenn Einbrecher sich zutritt verschaffen, geschieht das meist ohne Rücksicht auf Beschädigung, z.B. mit einem Brecheisen

Das richtige Verhalten nach einem Einbruch

Auch wenn es schwer fällt: Nach einem Einbruch gilt es als erstes Ruhe zu bewahren! Einerseits dürfen für die späteren Ermittlungen keine Spuren unkenntlich gemacht werden. Andererseits müssen etwaige Schäden an Fenstern, Türen und Schlössern schnell und vorrangig beseitig werden. Die folgenden Tipps für das richtige Verhalten im Einbruchsfall sollte man unbedingt beachten.

Zehn Tipps für das Verhalten im Einbruchsfall

  1. Unbedingt die Polizei informieren!

    Der erste Anruf gilt der Polizei. Unter der Notrufnummer 110 kann zu jeder Tages- und Nachtzeit die Polizei erreicht werden. Der oder die Täter könnten sich noch im Haus oder in der Nähe der Wohnung aufhalten. Ein rascher Anruf bei der Polizei erhöht die Chancen, die Täter zu ergreifen. Weiterhin kann so die Schadensaufnahme schnell erfolgen.

  2. Einbrecher nicht auf eigene Faust stellen!

    Falls der Einbrecher noch im eigenen Heim ist, sollte man auf gar keinen Fall den Helden spielen! Auch hier gilt es, schnellstmöglich über die Notrufnummer 110 die Polizei zu alarmieren und am besten einen Treffpunkt mit der Streife abzusprechen. So kann der Täter eventuell noch vor Ort gestellt werden.

  3. Nichts verändern, aber alles fotografieren!

    Während die Polizei unterwegs ist, kann man bereits Fotos der Schäden und der Verwüstung machen. Wichtig ist, dass man beim Fotografieren darauf achtet, nichts vor dem Eintreffen der Polizei zu verändern. So sehr man auch die vertraute Ordnung wiederherstellen möchte, ist es doch wichtig, auch die letzte Schublade ausgekippt und die Glasscherben auf dem Boden zerstreut zu lassen. Dies erleichtert der Polizei die Rekonstruierung des Tathergangs.

  4. Alle gestohlenen Gegenstände notieren!

    Die Polizei nennt es eine „Stehlgutliste“ – eine Aufzählung aller gestohlenen Gegenstände. Am besten schreibt man gleich dazu, wo und wann die Gegenstände der Stehlgutliste gekauft wurden und notiert den ungefähren Anschaffungspreis. Noch hilfreicher ist es, wenn man die Rechnungen der gestohlenen Gegenstände vorliegen hat oder bereits in der Vergangenheit eine Auflistung aller Wertgegenstände mit Foto erstellt hat, die man jetzt nur noch überreichen muss. Die Stehlgutliste vereinfacht auch die spätere Abwicklung mit der Versicherung und ermöglicht bei Ergreifung der Täter und Fund des Diebesguts eine schnelle Rückgabe. Dieser Link führt Dich direkt zur Stehlgutliste der Polizei.

  5. EC & Kreditkarten sperren!

    Wurden EC- oder Kreditkarten beim Einbruch gestohlen, sollte man diese umgehend sperren lassen! Den Sperrnotruf erreicht man unter der Rufnummer 116 116 (klick hier für weitere Infos zum Sperrnotruf). Nur wenn die gestohlenen Karten unverzüglich gesperrt werden, ist sichergestellt, dass die Diebe nicht auch noch das Konto leerräumen. Das Gleiche gilt für Sparbücher und andere Finanztitel – ein schnellstmögliches Sperren sichert die eigenen Finanzmittel vor weiterem Diebstahl.

  6. SIM Karten sperren!

    Fehlt nach einem Einbruch das Smartphone oder Handy, sollte genauso die SIM-Karte gesperrt werden. Auch hier können andernfalls hohe Kosten über Anrufe oder Käufe mittels Handyrechnung entstehen. Die SIM-Karte sperrt man über den jeweiligen Mobilfunkanbieter. Entsprechende Rufnummern zum SIM-Karten Sperren finden sich auf der Webseite jedes Mobilfunkanbieters.

  7. Alle Informationen der Polizei übergeben!

    Wenn die Polizei eingetroffen ist, sollte man den Beamten schnellstmöglich die Stehlgutliste übergeben. Hat man den oder die Täter gesehen, oder gar ein Foto schießen können, ist auch diese Täterbeschreibung sofort weiterzureichen. Die Polizei kann dann die direkte Umgebung nach den Dieben durchsuchen. Wenn das Handy gestohlen wurde und die IMEI-Nummer des Smartphones oder Handys bekannt ist, sollte man auch diese gegenüber der Polizei angeben. Eventuell lässt sich das Gerät über die IMEI orten. Die IMEI findet man zumeist auf dem Lieferschein oder der Rechnung des Geräts.

  8. Personalausweise und Pässe als gestohlen melden!

    Wurden Personalausweise und andere Pässe entwendet, muss neben der Polizei am nächsten Werktag unbedingt die zuständige Gemeinde informiert werden. Dadurch ist sichergestellt, dass die Diebe nicht in Deinem Namen weitere Straftaten begehen. Falls die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises aktiviert ist, sollte auch diese über den Sperrnotruf deaktiviert werden. Die Rufnummer zum Personalausweis Sperren ist ebenfalls die 116 116.

  9. Hausratversicherung und Vermieter informieren!

    Nachdem die Polizei den Einbruch dokumentiert hat, sollte unverzüglich der jeweilige Hausratversicherer informiert werden. Viele Anbieter haben inzwischen eine Hotline für Schadensfälle. Dabei unbedingt notieren, welche Unterlagen und Angaben in welchem Zeitfenster eingereicht werden müssen. So ist sichergestellt, dass die Hausratsversicherung den Schaden nicht auf Grund von Formfehlern abweist. Auch der Vermieter sollte schnellstmöglich informiert werden, da ein Einbruch auch einen Schaden am Eigentum des Vermieters darstellt, den dieser evetuell ebenfalls seiner Versicherung melden muss.

  10. Mit Einbruchsoforthilfe die Wohnung sichern!

    Abschließend sollte man eine Einbruchsoforthilfe anfordern. Falls der Hausratversicherer dabei nicht hilft, bieten viele Schlüsseldienste und Sicherheitsfirmen einen solche Service an. Die Einbruchsoforthilfe sichert die eigenen vier Wände, damit man schnellstmöglich die Wohnung wieder sicher versperren kann.

Einbruchsoforthilfe – Schnelle Erstmaßnahmen nach einem Einbruch

Wenn die Polizei den Einbruch aufgenommen und alles dokumentiert hat, sollte man sich zeitnah um eine Einbruchsoforthilfe kümmern. Oftmals erledigt das bereits der Hausratversicherer. Andernfalls reicht ein Anruf beim Schlüsseldienst oder bei einer Sicherheitsfirma. Dabei umfasst die Einbruchsoforthilfe vor allem die Absicherung der Einbruchstelle. Beschädigte Glasscheiben werden notverglast, Türen und Türrahmen gerichtet oder zum Beispiel defekte Schlösser ersetzt.

Die Einbruchsoforthilfe hilft auch über die Beseitigung der Einbruchsspuren hinaus. Diese Erstmaßnahmen der Einbruchsoforthilfe sorgen vorrangig dafür, dass entweder das eigene Haus oder die eigene Wohnung wieder abgeschlossen werden kann. Andernfalls würde es Unbefugten noch leichter fallen, erneut einzudringen. Daneben bieten viele Unternehmen zusätzlich zur Einbruchsoforthilfe diverse Beratungsleistungen an. Dabei werden mögliche Schwachstellen in der Einbruchssicherheit gesucht und Handlungsempfehlungen gegeben. Dies ist sicherlich auch sinnvoll, um sich zu Hause später wieder wohlfühlen zu können.